Die Halbinsel Eiderstedt
Die Halbinsel Eiderstedt, ca. 30 km lang und 15 km breit, ist seit
etwa tausend Jahren durch Eindeichung und Landgewinnung aus den
drei Inseln Utholm im Westen, Eiderstedt im Südosten und Everschop
um Garding entstanden. Deshalb wird Eiderstedt auch seit alters her
Dreilande genannt.
Die mächtigen Haubarge waren einst Ausdruck des hiesigen
Wohlstands, der durch eine erfolgreiche Landwirtschaft erzielt
wurde. Im 18. Jahrhundert besaß Eiderstedt über 400 dieser riesigen
Bauernhäuser. Heute sind es noch höchstens zwei bis drei Dutzend.
Im Laufe der letzten hundert Jahre entwickelte sich der Tourismus,
ausgehend vom Nordseebad St. Peter-Ording, zum wichtigsten
Wirtschaftsfaktor der Halbinsel. Die Orte Garding und Tönning, die
1590 gleichzeitig das Stadtrecht erhielten, haben ihre einstmals
bestimmende Bedeutung für Eiderstedt dadurch zugunsten des „Dorfes“
St. Peter-Ording eingebüßt.
Ganz Eiderstedt als eine gemeinschaftliche Urlaubsregion zu
begreifen und zu vermarkten, ist der aktuelle Trend. Die Gäste
möchten durch ihre hohe Mobilität vor Ort neue Freizeiträume
erschließen, z.B. durch das Erkunden der Gegend mit dem Fahrrad.
Für eine flache Küstenlandschaft wie Eiderstedt ist der
Fahrradtourismus wie geschaffen. Das relativ dichte Netz der Orte
und Radwege verschafft angenehme und gesunde Freizeiterlebnisse und
eine gute Abwechslung zum Strandleben.
Der Feriengast wird auf Eiderstedts auch eine kulinarische Vielfalt
entdecken, die sich auf ganz eigene Weise dem leiblichen Wohl
widmet. Landschaftliche Spezialitäten von Fleisch und Fisch, vor
Ort angebautes Gemüse, hausgebackene Kuchen und Torten,
einheimische Getränke, und das alles in echt nordfriesischer
Gemütlichkeit. Doch auch die internationale Küche ist hier an der
Küste hervorragend vertreten.

Der Leuchtturm auf dem Westerhever Sand

Die Deichbadestelle in Vollerwiek

Idyllische Süderbootfahrt bei Katingsiel
Die Stadt Tönning
Die Stadt Tönning an der Eider lag bis in die 1970er Jahre hinein
an der Nordsee und wurde erst durch den Bau des Eidersperrwerks
(1967-1973) zu einem Binnenhafen. Die Stadt ist mit ca. 5000
Einwohnern der größte Ort auf Eiderstedt.
Die St. Laurentius-Kirche am Marktplatz geht auf das Jahr 1186
zurück. Tönnings Blüte begann mit der Einwanderung von
Niederländern in die Dreilande. Sie führten eine organisierte
Käseproduktion ein. Im Rekordjahr 1610 wurden drei Millionen Pfund
Käse durch den Tönninger Hafen verschifft. Im 17. Jahrhundert
passierten jährlich 60.000 Pfund Weizen den Hafen, dazu kamen
größere Mengen lebender Tiere, Fleisch und Wolle.
Der 1613 in seiner heutigen Form gegrabene Hafen gilt noch heute
als der schönste an der schleswig-holsteinischen Westküste. 1590
erhielt Tönning zusammen mit Garding das Stadtrecht.
Das mächtige Packhaus am Hafen erinnert an den Bau des
Schleswig-Holsteinischen Kanals, der zwischen Rendsburg und Kiel
die Eider mit der Ostsee verband. Es entstanden nach seiner
Einweihung 1784 in Tönning eine Lohgerberei, eine Reepschlägerei,
Stärkefabriken, zwei Brauereien und eine Ziegelei. Mit den
Jahrzehnten verlor sich der wirtschaftliche Aufschwung aber wieder.
Das Packhaus steht wegen seines jährlich installierten längsten
Adventskalenders der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Die Fenster
des ca. 78 m langen Gebäudes bilden die Türchen an diesem
Mega-Kalender.
Heute kommen die Touristen vor allem wegen des malerischen Hafens
und des historischen Marktplatzes mit seinem Barockbrunnen. In der
St. Laurentius-Kirche kann man Werke des einheimischen
Rembrandtschülers Jürgen Ovens bewundern.
Das zur Expo 2000 eröffnete Multimar Wattforum ist die wichtigste
Ausstellung zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Am Tönninger Hafen
